Programmheft-Redakteur:innen
Das Redaktionsteam der Stiftsmusik Stuttgart
Fester Bestandteil der wöchentlichen Stunde der Kirchenmusik ist das Programmheft, indem die Konzertbesucher:innen das Programm, die Liedtexte, Wissenswertes zum Programm und die Biografien der Mitwirkenden finden. Es wir im Wechsel freischaffenden Autor:innen erstellt. Hier stellen wir Ihnen unsere Redakteur:innen vor.
Katharina Göhr
Wie bist Du zum Schreiben von Programmtexten gekommen?
Ich bin der Stiftsmusik schon seit einigen Jahren verbunden und habe 2023 mein erstes Programmheft geschrieben. Für mich schließt sich hier ein Kreis, da ich nach dem Abitur ein Journalismus-Studium begonnen habe, hauptsächlich um „über Musik zu schreiben“. Dieser Studiengang entpuppte sich aber nicht als die richtige Wahl für mich und im folgenden Schulmusik-Studium konnte ich Wissenschaft und musikalische Praxis besser kombinieren. Der Spaß am Verfassen von Texten für verschiedene Adressat:innen ist aber geblieben, deswegen bin ich heute neben einigen Programmheften auch für den Newsletter der Stiftsmusik verantwortlich.
Was macht Dir beim Gestalten der Hefte am meisten Freude?
Das Sammeln und Recherchieren von Informationen über Werke und Komponist:innen finde ich besonders aufregend beim Schreiben der Programmhefte. Auch bei bekannteren Stücken versuche ich, für unser Publikum eine Facette von Komponist:in oder Werk zu beleuchten, von der sie bisher noch nichts gehört haben. Die Programmreihenfolge und Texte in unser Stiftsmusik-Layout zu setzen macht mir auch erstaunlich viel Spaß, das hatte ich vorher nicht erwartet. Es ist ein bisschen wie meditieren!
Hast Du unter den von Dir bisher gestalteten Heften ein Programmheft, dass Dir in besonderer Erinnerung geblieben ist?
Ein Schwerpunkt meiner eigenen künstlerischen Arbeit ist es, das Schaffen von Komponistinnen im heutigen Konzertbetrieb hörbar zu machen. Deswegen freue ich mich sehr, wenn ich über Chorwerke von Komponistinnen schreiben darf, wie zum Beispiel über „Let this mind be in you“ der amerikanischen Komponistin Amy Beach, das der Akademische Chor der Universität Stuttgart im Februar 2025 im Programm hatte. Leider wirkt sich die jahrhundertelange strukturelle Unterdrückung von Komponistinnen bis heute aus, deswegen sind solche Programmhefte etwas Besonderes für mich!
Über welches Chor- oder Orgelwerk möchtest Du unbedingt noch schreiben?
Aufgrund meiner eigenen Biografie bin ich mehr an Chor- als an Orgelwerken interessiert ;)
Neben großformatigen Werken schreibe ich gerne über zusammenhängende Programme mit Werken unterschiedlicher Komponist:innen, die einen erkennbaren roten Faden haben.
Was machst Du, wenn Du nicht für die Stiftsmusik Programmhefte schreibst?
Beruflich beschäftige ich mich aus verschiedenen Perspektiven und in verschiedenen Positionen mit Musik: als Sängerin, Musikpädagogin und -vermittlerin.
Privat bin ich viel unterwegs und reise gerne, deswegen entstehen viele meiner Programmhefte im Zug, aber auch mal an der Nordsee oder in einem Café in Vietnam.
Interview aus dem Herbst 2025
Felicia Graf
Wie bist Du zum Schreiben von Programmtexten gekommen?
Seit ich denken kann, sind Bücher ein Teil meiner inneren Heimat. Ich habe immer gerne gelesen und selbst mit Wörtern gespielt. In der Grundschule habe ich meine ersten "Bücher" geschrieben. Nach der Schule habe ich dann Musik studiert. Dabei habe ich häufig Texte für meine eigenen Konzerte geschrieben und später dann eine Bachelor-Arbeit verfasst. Der Betreuer dieser Arbeit war begeistert davon und schlug mir vor, Texte für Programmhefte zu verfassen. Obwohl ich zunächst anderer Prioritäten hatte, blieb diese Idee immer in meinem Kopf. In meinem Master-Studiengang konnte ich dann ein Seminar zum Thema "Schreiben über Musik" bei der wundervollen Doris Blaich vom SWR belegen, was mich wieder an meine große Leidenschaft für das Schreiben erinnert hat. Kurz darauf konnte ich meine musikalische Zusammenarbeit mit der Stiftskirche, wo ich bisher bei zahlreichen Konzerten im Orchester musiziert hatte, um das Verfassen der Programmtexte erweitern. Von da aus haben sich weitere Möglichkeiten ergeben und ich bin immer sehr dankbar und glücklich, nicht nur Musik machen, sondern auch darüber schreiben zu können!
Was macht Dir beim Gestalten der Hefte am meisten Freude?
Ich mag es sehr, in das jeweilige Konzertprogramm einzutauchen. Beim Recherchieren entdecke ich immer mehr Zusammenhänge und spüre wie sich die Worte in mir formen. Das ist ein schönes Gefühl.
Hast Du unter den von Dir bisher gestalteten Heften ein Programmheft, dass Dir in besonderer Erinnerung geblieben ist?
Mein erstes Programmheft an der Stiftskirche habe ich für den Organisten Bernard Foccroulle geschrieben. Er hatte ein stimmiges und wundervolles Programm über die Schönheit und Zerbrechlichkeit der Schöpfung zusammengestellt und es hat mir sehr viel Freude gemacht, den Text dazu zu verfassen. Ich war dann auch in seinem Konzert und habe mich mit ihm persönlich unterhalten. Das war ein besonderer Moment für mich.
Über welches Chor- oder Orgelwerk möchtest Du unbedingt noch schreiben?
Ein konkretes Werk gibt es da momentan nicht. Generell schreibe ich gerne über "Alte Musik" wie Monteverdi, Bach, Händel usw., weil mich diese Musik besonders fasziniert. Wunderbar finde ich es immer, wenn ein Programm in sich stimmig und durchdacht ist. Davon lasse ich mich gerne inspirieren.
Was machst Du, wenn Du nicht für die Stiftsmusik Programmhefte schreibst?
Dann mache ich sehr viel Musik. Ich spiele Geige, Barockgeige, Bratsche, Barockbratsche und Viola d'amore und bin freischaffende Künstlerin. Das bedeutet, dass ich auf Anfrage in verschiedenen Ensembles und Orchestern weltweit Konzerte spiele. Oft plane ich auch eigene Konzerte mit selbst entworfenen Programmen oder ich schreibe Texte für andere Gelegenheiten. Mit meiner Arbeit bin ich viel auf Reisen - nebenher lese ich nach wie vor sehr gerne, schwimme im Sommer in schönen Seen und koche mit oder für Freunde.
Interview aus dem Herbst 2025
Isabelle Métrope
Wie bist Du zum Schreiben von Programmtexten gekommen?
Ich schreibe schon seit geraumer Zeit Artikel zum Thema Chormusik, sei es im International Choral Magazine (leider seit letztem Jahr eingestellt) oder in der SINGEN, der Zeitschrift des Schwäbischen Chorverbandes. Auch für ein Buch zum Thema Chormusik in Württemberg habe ich einmal einen Beitrag verfasst. Als eine Kollegin vor einigen Jahren aus beruflichen Gründen ihre Aufgabe bei der Stiftsmusik abgeben musste, hat sie dabei an mich gedacht. Ich habe mich dann beworben, und seitdem freue ich mich sehr, Mitglied im Redaktionsteam zu sein!
Was macht Dir beim Gestalten der Hefte am meisten Freude?
Das Entdecken mir unbekannter Werke – und das Schreiben über Werke, die ich sehr mag! Ich mache dem Publikum gerne Stücke schmackhaft, die ich seit Jahren liebe und singe oder zu denen ich eine besondere Beziehung habe.
Hast Du unter den von Dir bisher gestalteten Heften ein Programmheft, das Dir in besonderer Erinnerung geblieben ist?
Einige bleiben in Erinnerung, aber um eins zu nennen, das nicht so weit zurückliegt: Im April 2025 kam der Knabenchor Hannover (erneut) in die Stunde der Kirchenmusik. Bei ihrem Leiter Jörg Breiding habe ich vor einigen Jahren Dirigieren studiert. Während meines Studiums durfte ich mehrmals mit dem Knabenchor arbeiten. Es war schön, für den Chor das Heft vorzubereiten und die Knaben wiederzusehen und zu hören!
Über welches Chor- oder Orgelwerk möchtest Du unbedingt noch schreiben?
Nur eins auszuwählen ist schwer. Vielleicht darf ich zwei nennen? Dann wären es Bachs h-moll-Messe und Schönbergs Friede auf Erden. Aber es sind noch viele weitere…
Was machst Du, wenn Du nicht für die Stiftsmusik Programmhefte schreibst?
Am liebsten singe ich: solistisch im Konzertfach, bei Liederabenden oder im Chor der Gaechinger Cantorey. Außerdem arbeite ich als Chorleiterin und Stimmbildnerin bei mehreren Chören im Raum Stuttgart. Da Französisch meine Muttersprache ist, gebe ich auch Sprachcoaching für Sänger:innen und Chöre. Und wenn uns die KI noch etwas übriglässt, arbeite ich als Übersetzerin aus dem Englischen und Deutschen ins Französische.
Wenn ich mal nicht arbeite, bin ich mit einem Buch und einem Tee schon ziemlich glücklich. Oder ich bin am Mittelmeer, wo ich an unterschiedlichen Orten zu Hause bin.
Interview aus dem Herbst 2025
Laura Ribeiro Ahrens
Wie bist Du zum Schreiben von Programmtexten gekommen?
Zum ersten Mal bin ich während meines Dramaturgie-Praktikums bei den Stuttgarter Philharmonikern mit dem Schreiben von Programmtexten in Berührung gekommen. Für das Akademist:innen-Konzert durfte ich das Programmheft verfassen und dabei im Zuge der Recherche sogar mit den Komponist:innen zweier Uraufführungen sprechen. Die intensive Beschäftigung mit den Werken und der direkte Austausch haben mir so viel Freude gemacht, dass ich mir dachte: Das will ich unbedingt weitermachen!
Was macht Dir beim Gestalten der Hefte am meisten Freude?
Am meisten Freude macht mir, beim Gestalten der Hefte neue Musik kennenzulernen. Besonders spannend finde ich, die Werke miteinander in Beziehung zu setzen und dabei zu entdecken, welche neuen Perspektiven sich im Zusammenspiel eines Konzerts eröffnen.
Hast Du unter den von Dir bisher gestalteten Heften ein Programmheft, dass Dir in besonderer Erinnerung geblieben ist?
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir mein erstes Heft 2023 – das war wirklich aufregend. Generell faszinieren mich Programme, die durch ihre Stückauswahl oder Besetzung frische Impulse setzen und ungeahnte Verbindungen aufzeigen. In diesem Jahr gab es einige Highlights: Bei BachWerkVokal erklang Bachs Orgelmusik im Arrangement für Stimmen in einem ganz neuen Gewand, der Kammerchor I Vocalisti hat gemeinsam mit der Pianistin Clara Haberkamp Jazzklavier und Chormusik des 20./21. Jahrhunderts auf spannende Weise in Dialog gesetzt.
Über welches Chor- oder Orgelwerk möchtest Du unbedingt noch schreiben?
Ich freue mich schon sehr darauf, mich mit Frederic Mattes und Florian Wolf persönlich auszutauschen und anschließend über ihre Werke zu schreiben, wenn sie im Dezember mit dem calens vocalensemble zu Gast sind.
Was machst Du, wenn Du nicht für die Stiftsmusik Programmhefte schreibst?
Momentan arbeite ich an meiner Masterarbeit in Musikwissenschaften, um mein Lehramtsstudium in Musik und Französisch abzuschließen. Wenn ich nicht am Schreibtisch sitze, findet man mich am Klavier, im Chor, mit einem guten Roman draußen an einem sonnigen Plätzchen im Grünen, beim Yoga oder beim Experimentieren in der Küche.
Interview aus dem Herbst 2025
