• Dein(e) Lieblingswerk(e) von Bach?
  • Im Vokalbereich auf jeden Fall seine Passionen. Es sind von ihm ja keine Kompositionen für Musiktheater erhalten – so er denn welche geschrieben haben sollte –, doch seine Passionen sind voller Dramatik und Farbigkeit. Sie spiegeln sehr gut Bachs Ansichten auf das Leben allgemein wider. Einige Kantaten sind aber auch wunderschön gelungen. Im Instrumentalbereich sind seine Orgelwerke meine Favoriten.

    1. Wenn Du Bach begegnen könntest: Was würdest Du ihn fragen?

    Welche Kaffeesorte er am liebsten hat :D  Im Ernst: was er von der heutigen Interpretation seiner Werke hält.

    1. Und was würdest Du ihm vorsingen?

    Vielleicht »Welch Übermaß der Güte« aus der Kantate Wer Dank opfert, der preiset mich BWV 17. Dies als Dank für die schöne Musik, die er schrieb. Aber eventuell würde ich ihn auch fragen, welches sein Lieblingswerk ist... und dieses dann zum Besten geben.

    1. Ist Bach eigentlich gut zur Stimme?

    Bach hat oftmals sehr vielseitig für die Stimme komponiert. Hat man einen Zugang zu seinem Schaffen gefunden, entwickelt sich sehr schnell eine Singfreude. Ich finde, Bach zu singen ist gutes Training und Balsam für die Stimme, um die Beweglichkeit und auch die Gesundheit derselben lang zu erhalten.

    1. Worin liegt die größte Herausforderung Bach (gut) zu musizieren?

    Beweglichkeit und eine gute Atemtechnik bei gleichzeitigem Körperbewusstsein halte ich bei Sängern und auch Instrumentalisten für sehr nützlich. Bach hat oft sehr virtuos komponiert und so ist es wichtig, flexibel in der Ausführung zu sein. Selbst bei einem Instrumentalwerk kann man fühlen, ob etwas natürlich/organisch ist – ob etwas „atmet“.

    1. In drei Worten: Wie dirigiert Kay Johannsen Bach?

    Organisch – empathisch – lebendig.

    1. Was singst Du, wenn Du von Bach¦vokal-Proben heimkommst?

    Die jeweiligen Werke klingen immer noch einige Zeit in mir nach. So liegt es also immer am jeweiligen Programm, welche »Ohrwürmer« da noch im Gepäck zu finden sind.

    1. Nach sieben Jahren Bach¦vokal: Hörst Du Bach mit anderen Ohren?

    Auf jeden Fall. Ich selbst darf ja jetzt auch schon seit 2012 immer wieder mit dabei sein. Es wurde auch schon von meinen lieben Kollegen erwähnt, dass wir mit Bach¦vokal eine wohl ziemlich einmalige Gelegenheit haben, uns ausreichend mit dem reichhaltigen Œuvre Bachs zu beschäftigen. Auch ist die Zusammenarbeit mit Kay Johannsen immer wieder ein Genuss und ein schönes Erleben, wobei nie Langeweile aufkommt, da ein guter Austausch von Energien und Ansichten stattfindet und am Ende ein schönes Ergebnis herauskommt. Außer der Möglichkeit, Teil dieses Projekts und des solistenensembles stimmkunst zu sein, darf ich auch recht häufig außerhalb Bachs Vokalwerke singen. Die Erfahrung bei Bach¦vokal prägt und fließt in künftige Aufführungen mit hinein. Und oftmals erklingen die Kollegen im Geiste wieder, wenn man dann ein Werk hervorholt, was man selbst mit stimmkunst erleben konnte.

    1. Debussy nannte Bach den »lieben Gott der Musik«. Hast Du andere Musikgötter neben ihm?

    Im klassischen Bereich fallen mir da zuerst Heinrich Schütz, der Vater der Kirchenmusik, oder Felix Mendelssohn Bartholdy ein. Beide haben sehr eindrucksvolle Werke geschrieben und dabei immer auch den Menschen im Blick gehabt. Bei Mendelssohn kann man speziell bei meinem Lieblingswerk von ihm, dem Paulus, nachvollziehen, dass er ganz in der Tradition Bachs gewirkt hat – nicht nur durch seine Wiederaufführung der Matthäus-Passion, sondern auch durch den Bezug auf Kirchenchoräle in Bach’schem Geist. Eindrucksvoll finde ich auch Schuberts und Schumanns Liedschaffen. Ansonsten mag ich die Kompositionen slawischer Romantiker wie Dvořák oder auch Janáček sowie französischer Orgelvirtuosen wie Widor, Saint-Saëns oder Dupré sehr gern. Im populären Bereich – der für mich mitunter auch eine Abwechslung darstellt – ist es der frühe Sting mit seinen gesellschafts- und umweltkritischen Songs.

     

    Mehr über Stephan Scherpe erfahren Sie auf seiner persönlichen Webseite.

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    Stiftsmusik Stuttgart

    Stephan Scherpe

    Tenor

    1. Lieben Sie ... Liebst Du Bach?

    Ja. Zumindest seine Musik und auch seinen Humor :)

    1. Dein(e) Lieblingswerk(e) von Bach?

    Im Vokalbereich auf jeden Fall seine Passionen. Es sind von ihm ja keine Kompositionen für Musiktheater erhalten – so er denn welche geschrieben haben sollte –, doch seine Passionen sind voller Dramatik und Farbigkeit. Sie spiegeln sehr gut Bachs Ansichten auf das Leben allgemein wider. Einige Kantaten sind aber auch wunderschön gelungen. Im Instrumentalbereich sind seine Orgelwerke meine Favoriten.

    1. Wenn Du Bach begegnen könntest: Was würdest Du ihn fragen?

    Welche Kaffeesorte er am liebsten hat :D  Im Ernst: was er von der heutigen Interpretation seiner Werke hält.

    1. Und was würdest Du ihm vorsingen?

    Vielleicht »Welch Übermaß der Güte« aus der Kantate Wer Dank opfert, der preiset mich BWV 17. Dies als Dank für die schöne Musik, die er schrieb. Aber eventuell würde ich ihn auch fragen, welches sein Lieblingswerk ist... und dieses dann zum Besten geben.

    1. Ist Bach eigentlich gut zur Stimme?

    Bach hat oftmals sehr vielseitig für die Stimme komponiert. Hat man einen Zugang zu seinem Schaffen gefunden, entwickelt sich sehr schnell eine Singfreude. Ich finde, Bach zu singen ist gutes Training und Balsam für die Stimme, um die Beweglichkeit und auch die Gesundheit derselben lang zu erhalten.

    1. Worin liegt die größte Herausforderung Bach (gut) zu musizieren?

    Beweglichkeit und eine gute Atemtechnik bei gleichzeitigem Körperbewusstsein halte ich bei Sängern und auch Instrumentalisten für sehr nützlich. Bach hat oft sehr virtuos komponiert und so ist es wichtig, flexibel in der Ausführung zu sein. Selbst bei einem Instrumentalwerk kann man fühlen, ob etwas natürlich/organisch ist – ob etwas „atmet“.

    1. In drei Worten: Wie dirigiert Kay Johannsen Bach?

    Organisch – empathisch – lebendig.

    1. Was singst Du, wenn Du von Bach¦vokal-Proben heimkommst?

    Die jeweiligen Werke klingen immer noch einige Zeit in mir nach. So liegt es also immer am jeweiligen Programm, welche »Ohrwürmer« da noch im Gepäck zu finden sind.

    1. Nach sieben Jahren Bach¦vokal: Hörst Du Bach mit anderen Ohren?

    Auf jeden Fall. Ich selbst darf ja jetzt auch schon seit 2012 immer wieder mit dabei sein. Es wurde auch schon von meinen lieben Kollegen erwähnt, dass wir mit Bach¦vokal eine wohl ziemlich einmalige Gelegenheit haben, uns ausreichend mit dem reichhaltigen Œuvre Bachs zu beschäftigen. Auch ist die Zusammenarbeit mit Kay Johannsen immer wieder ein Genuss und ein schönes Erleben, wobei nie Langeweile aufkommt, da ein guter Austausch von Energien und Ansichten stattfindet und am Ende ein schönes Ergebnis herauskommt. Außer der Möglichkeit, Teil dieses Projekts und des solistenensembles stimmkunst zu sein, darf ich auch recht häufig außerhalb Bachs Vokalwerke singen. Die Erfahrung bei Bach¦vokal prägt und fließt in künftige Aufführungen mit hinein. Und oftmals erklingen die Kollegen im Geiste wieder, wenn man dann ein Werk hervorholt, was man selbst mit stimmkunst erleben konnte.

    1. Debussy nannte Bach den »lieben Gott der Musik«. Hast Du andere Musikgötter neben ihm?

    Im klassischen Bereich fallen mir da zuerst Heinrich Schütz, der Vater der Kirchenmusik, oder Felix Mendelssohn Bartholdy ein. Beide haben sehr eindrucksvolle Werke geschrieben und dabei immer auch den Menschen im Blick gehabt. Bei Mendelssohn kann man speziell bei meinem Lieblingswerk von ihm, dem Paulus, nachvollziehen, dass er ganz in der Tradition Bachs gewirkt hat – nicht nur durch seine Wiederaufführung der Matthäus-Passion, sondern auch durch den Bezug auf Kirchenchoräle in Bach’schem Geist. Eindrucksvoll finde ich auch Schuberts und Schumanns Liedschaffen. Ansonsten mag ich die Kompositionen slawischer Romantiker wie Dvořák oder auch Janáček sowie französischer Orgelvirtuosen wie Widor, Saint-Saëns oder Dupré sehr gern. Im populären Bereich – der für mich mitunter auch eine Abwechslung darstellt – ist es der frühe Sting mit seinen gesellschafts- und umweltkritischen Songs.

     

    Mehr über Stephan Scherpe erfahren Sie auf seiner persönlichen Webseite.

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