Stiftsmusik Stuttgart
MONAT_ZURUECK April 2017:  MONAT_VOR

... mit Hartmut Ritter


Hartmut Ritter, Mesner der Schlosskirche Stuttgart, im Gespräch.

 

Wäre Hartmut Ritter abergläubisch, würde er sich 2017 wohl ein Sabbatical gönnen, denn es ist das 13. Jahr für ihn als Mesner der Schlosskirche (und als zweiter Mesner der Stiftskirche Stuttgart und Hausmeister im Gemeindehaus der Stiftskirchengemeinde in der Urbanstraße). Aber: seine berufliche Leidenschaft gehört »seiner« Schlosskirche im Alten Schloss und so genießt er auch nach mehr als 12 Jahren noch die Verantwortung, die sein Beruf mit sich bringt – und das ist wichtig, denn die Zuständigkeiten für die kleine Kirche sind doch recht komplex.

 

Obwohl die schöne Schlosskirche nur 1 Stunde in der Woche öffentlich zugänglich ist, hat Mesner Ritter mit den unterschiedlichsten Veranstaltungen dort alle Hände voll zu tun. Zum einen ist die Schlosskirche eine der beliebtesten Hochzeitskirchen der Landeshauptstadt (bis zu 50 Hochzeiten und Taufen im Jahr!) und viele Gemeinden feiern regelmäßig ihre Gottesdienste in der Schlosskirche. Zum anderen kommen die Aktivitäten der Stiftsmusik hinzu: Proben von »Stiftsmusik für alle«, der Stuttgarter Kantorei und »Bach Vokal«, manches Mal auch Konzerte im Rahmen von »Bach:vokal«. Mit Stiftskantor Kay Johannsen und der Geschäftsführerin Gabriele Zerweck kommt Hartmut Ritter bestens aus: »Die Zusammenarbeit ist hervorragend!« (Anm. der Redaktion: Faktencheck: wird zu 100% von Seiten der Stiftsmusik bestätigt) Und diese gute Zusammenarbeit geht sogar so weit, dass sich Mesner Ritter zweimal im Jahr in Lebensgefahr begibt, wenn er in schwindelerregender Höhe auf einer unglaublich langen Leiter freihändig balancierend die Werbe-Transparente der Stiftsmusik an den Bäumen in der Königsstraße befestigt. (Anm. der Redaktion: Hartmut Ritter hätte statt Mesner auch Basketballspieler werden können)

 

Wie sah das Leben vor der Schlosskirche aus? Fast 44 Jahre lang hatte Hartmut Ritter in der mittelgroßen Stadt Sangerhausen im Südzipfel Sachsen-Anhalts an der Grenze zu Thüringen gelebt und im Einkauf eines Bauunternehmens gearbeitet. Irgendwann kam dann doch die Lust auf Veränderung und so machte er sich eines Tages auf in den Südwesten, nachdem ihm seine Schwiegermutter, Pfarrerin in Stendal, von der Stellenausschreibung der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart erzählt hatte. Direkt im Anschluss an das Vorstellungsgespräch meinte der damalige Pfarrer der Stiftskirche Bittighofer zu ihm: »Sie sind der Richtige – genau Sie brauchen wir!« Während der Mesner-in-spe äußerst erfreut war aber zugleich noch zögerte, war seine Frau entscheidungsfreudiger und meinte »Stuttgart? Warum nicht?!« und fand blitzschnell eine Anstellung in einer Kita.

 

Seither geht Hartmut Ritter der vielfältigen und doch – im Falle der Schlosskirche – recht speziellen Aufgabe des Mesners mit großer Freude nach. In engem Kontakt steht er mit seinem unmittelbaren Vorgesetzten Dekan Sören Schwesig, aber auch mit Stiftspfarrer Matthias Vosseler und seinem Mesner-Kollegen in der Stiftskirche, Markus Friedrich. Wenn Einzelfragen keinen Aufschub dulden, genießt er den kurzen telefonischen Draht. Wie viele das gerade im Jahr des 500. Reformationsjubiläums sind, kann man sich ja denken.

 

Was ihm an seinem Beruf allerdings am besten gefällt, sind die Hochzeiten, mit den Vorgesprächen mit allen Beteiligten und insbesondere der Tag selbst. »Wie Braut und Bräutigam fast jedes Mal in einer ganz eigenen Welt zu sein scheinen, ist immer wieder faszinierend«, sagt er lächelnd.

 

Ansonsten liebt er Thüringer Rostbratwurst, trinkt leidenschaftlich gerne Kaffee und schwärmt von gleich zwei Reisezielen in Deutschland: die Porta Nigra in Trier und die Walhalla bei Regensburg. »Was für phantastische Gebäude…!«.

 

Wir lieben seinen superguten Humor und freuen uns auf weitere 13 Jahre fröhlicher Zusammenarbeit!

 

Die Stiftsmusik bedankt sich bei Herr und Frau Jaud für die Zurverfügungstellung ihres Gesprächs mit Herrn Ritter, welches die Grundlage für das Porträt war.


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