Stiftsmusik Stuttgart
MONAT_ZURUECK April 2017:  MONAT_VOR

... mit Dagmar Hahn

© Sandra Wolf
© Sandra Wolf
© Sandra Wolf

Dagmar Hahn, zuständig für die Projektorganisation der Ensembles im Stiftsmusik-Team, im Gespräch mit Gabriele Zerweck

 

Liebe Dagmar, 10 Jahre ist ja eine ganze Weile – hat sich im Laufe der Jahre viel verändert bei der Stiftsmusik?

 

»Oh, ja, sehr!... Einfach von den Abläufen her. Da sind wir noch effizienter geworden, finde ich. Das mussten wir auch werden, denn die Arbeit hat doch eher zugenommen in den letzten Jahren. Beispielsweise sind wir im Internet und in sozialen Netzwerken aktiv, das gab es in 2006 so noch nicht. Aber vor allem muss man sagen: es sind inzwischen deutlich mehr Projekte für uns zu organisieren pro Jahr: Orgelmusik zum Weihnachtsmarkt, Stiftsmusik für alle, Bach:vokal….  Das sind alles Konzertreihen, die es in 2006 noch gar nicht gab bzw. ganz neu waren. Gleich geblieben ist der Anspruch von Kay Johannsen in der Stiftskirche, Musik auf hohem Niveau zu präsentieren. Da hat sich nichts geändert. Und was sich auch nicht geändert hat: Wir brauchen immer noch Musiker, die am richtigen Tag zur richtigen Zeit mit ihren Instrumenten am Pult sitzen. Darauf ließe sich meine Arbeit im Prinzip reduzieren: Dass ich dafür Sorge trage. Aber da gibt es natürlich noch drum herum noch manches zu organisieren…

 

Was denn zum Beispiel?

 

Ach, das fängt bei der Notenbeschaffung an und hört bei der Abrechnung der Honorare noch gar nicht auf! Und auch diese Fragen sind manchmal gar nicht so banal lösbar. Etwa, wenn wir merken, dass es von einem Werk gar kein Aufführungsmaterial gibt, sondern lediglich eine Partitur käuflich ist. Da wird man dann kreativ und schaut wie man doch noch Stimmen für die Instrumente auftreiben kann. Da kann es schon mal sehr viele Emails und Telefonate im Vorfeld geben, bis die Noten dann zur Verfügung stehen! Aber bisher haben wir solche Herausforderungen immer lösen können. Am meisten gefürchtet ist bei mir immer die Situation, dass ein Musiker wegen Krankheit kurzfristig absagen muss. Da gab es auch schon mal am Hl.-Abend den Anruf »ich bin krank und kann morgen nicht singen«. Oder, 3 Tage vor Karfreitag den Tenor ersetzen. Das ist wirklich der Super-Gau!

 

Wie bist du damals denn zur Stiftsmusik gekommen?

 

Über den C-Kurs. Ich war ja damals in C-Kurs-Ausbildung – Orgelspielen war etwas, das ich vom Klavier her kommend mal gerne ausprobieren wollte. So entstand ein Kontakt zur Stiftsmusik und zu Kay Johannsen. Als mir ein Mitschüler und Kantorei-Sänger erzählte, dass im Bezirkskantorat – wie die Stiftsmusik damals noch hieß – Verstärkung gesucht wird für die Projektorganisation, bewarb ich mich und bin wenig später eingestiegen. Zunächst war ich eine Art freie Mitarbeiterin, dann von 2006 an fest angestellt. Und nun ist das schon 10 Jahre her! Aber die Arbeit macht immer noch genauso viel Spaß! Ich genieße sehr viele Freiheiten, kann beispielsweise einen großen Teil meiner Arbeit auch von Zuhause aus erledigen. In puncto Familienkompatibilität bleiben bei meiner Stelle wirklich keine Wünsche offen. Das weiß ich sehr zu schätzen. Und ich arbeite in einem wunderbaren Team, was sehr, sehr viel Spaß macht! Und auch bei den Musikern, mit denen ich zusammenarbeite, gibt es sehr, sehr viele, sehr nette Kontakte. Und nicht zuletzt beschäftige ich mich eben auch inhaltlich mit etwas, das mich interessiert und begeistert.

 

Das hört sich gut an! Was machst Du denn so, wenn Du nicht für die Stiftsmusik arbeitest? 

 

Ich habe mit dem C-Kurs ja angefangen Orgel zu spielen und mache das immer noch sehr gerne. Wo man mich braucht, übernehme ich auch gerne Vertretungsdienste in Gottesdiensten. Musik ist also (neben der Stiftsmusik) auch ein großes Hobby von mir. Klavier spiele ich auch noch, etwa, wenn ich unsere Kinder begleite. Ansonsten mache ich gerne Sport und ich lese gerne. Und eigentlich ist auch Kochen etwas, das ich gerne mache, auch wenn es im Alltag unter Zeitdruck oftmals lästig ist. Sowieso verbringe ich sicherlich mit »Familienarbeit«, die allermeiste Zeit. Wahrscheinlich müsste ich das als erstes nennen…

 

Eine letzte Frage noch: Wenn Du Dir ein musikalisches Lieblingsprojekt wünschen würdest, welches wäre das und wieso?

 

Ein Mitmachprojekt explizit für Kinder und Jugendliche. Das wäre ein tolles Projekt, mit dem wir sicherlich den musikalischen Nachwuchs noch stärker ansprechen könnten. Das fände ich eine spannende Sache!

 


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